Eine Woche im neuem Jahr, so schnell vergeht die Zeit

Eine Woche ist nun schon um. Man möchte es fast gar nicht glauben. Oft genug passiert es mir noch, dass ich bei einem Datum 2017 schreiben möchte. Seltsamerweise habe ich seit meiner Erkrankung eigentlich kein richtiges Zeitgefühl mehr. Bei Schmerzen und anderen Nebenwirkungen rennt die Zeit, als wäre ich in einer anderen Zeitzone.

 

Aber wenn ich mir Gedanken mache und wieder an mir selbst zweifle, kommt mir jede Stunde wie Wochen vor. Diese Woche plagte mich meine Depression mit vielen, vielen „Foltermethoden“. Die ersten Tage, wo ich noch dachte, es wäre länger als nur ein paar Tage eine Art „Waffenstillstand“ zwischen mir und meiner Krankheit, kamen jetzt auf einmal alle Beschwerden Tag für Tag wieder zum Vorschein.

Fast als wären die vorzeitigen „Ferien“ meiner Depression schon vorüber.

 

Die Woche war geplagt von Schmerzen, Kopfschmerzen, Schwindel, Hitzewallungen, Bluthochdruck bis zum beinahe Kollaps des Kreislaufes. Und jedes mal, wenn man dachte, man hätte die Kontrolle wieder erlangt über seinen Körper, kam schon das nächste Symptom.

 

Es ist schon seltsam. Erst vor einer Woche war Silvester. Und nach dieser kurzen Zeit kommt es mir so vor, als wären schon wieder Monate vergangen. Neben dem ganzen Papierkram fürs neue Jahr, Werbemaßnahmen, neuem Buchprojekt über 365 Tage und allem rund herum mit der Depression, kann ich mich schon kaum mehr an den Jahreswechsel erinnern.

 

Das sind die Momente wo ich merke, dass mein Gedächtnis sehr zu kämpfen hat. Vor lauter Kampf mit dieser Krankheit bekommt man gar nicht mit, dass mal vieles nur noch in „Bildfetzen“ abspeichert.

Richtig bewusst wurde das mir die letzten Tage erst, als ich meine 365 Tage Autobiografie angefangen habe zu schreiben. Man sitzt vor dem PC und muss wirklich erst mal überlegen, was man eigentlich den Tag über erlebt hat. Aus den „Bildfetzen“ werden wieder Erinnerungen. Man reflektiert vor seinem inneren Auge den letzten Tag, wie einen Spielfilm.

 

Natürlich geht die Angst jeden Tag mit ein, dass durch die Depression noch andere Krankheiten einher gehen, die diese Lücken nur noch begünstigen. Man wird das Gefühl oft nicht los, dass man sich selbst verlieren könnte.

Aber in diesen Momenten macht es einem Mut, dass man durch das Schreiben wieder etwas Kontrolle zurückerlangt. Und nach so vielen Jahren mit dieser Krankheit komme ich zu der Schlussfolgerung, dass es zwar einen gewissen Preis hat, aber manchmal es sich auch lohnen kann, diesen zu bezahlen.

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