Weihnachten, ein Minenfeld für Depressionen

Weihnachten ist in der Tat ein Minenfeld für mich. Die letzten Jahre ist es für mich immer schwerer geworden, mich an Weihnachten zu erfreuen. Trotz stabilen Umfelds kann ich mich kaum erfreuen daran. Jedes Jahr kämpfe ich mehr und mehr mit mir selbst.

Viele können sich gar nicht vorstellen, selbst wenn man eigentlich gerne Weihnachten feiert, wie schwer es plötzlich wird diese wenigen Tage im Jahr nicht durchzudrehen. Wer sich schon mal mehr beschäftigt hat mit Depressionen, der weiß, dass es sogenannte Trigger gibt. Kleinigkeiten die im Unterbewusstsein Traumas und unverarbeitete Erlebnisse wie einen Film ablaufen lassen. Nur das man selbst es nicht mitbekommt. Da der Kopf aber alle Hände voll zu tun hat, kann man sehr schnell in ein Loch fallen, und weiß nicht mal warum.

 

Jedes Jahr ist es ein absoluter Kampf für mich selbst, nicht jeden Schmuck und jeden Weihnachtsbaum in einem Feuerwerk der Wut in die Luft zu sprengen. Über die Jahre musste ich selbst feststellen, dass mein schlechter Selbstwert sich nun auch auf andere Dinge auszuweiten scheint. Plötzlich hatte ich Probleme Geschenke anzunehmen. Gesellschaft ist jedes Jahr eine Qual. Nicht einmal beim Essen zusammen zu hocken geht spurlos an mir vorbei.

Nach so einem Tag bin ich nur noch erschöpft. Kann kaum mehr richtig Atmen und würde am liebsten nur noch Weg laufen. Für manchen mag sich das seltsam anhören. Aber diese Krankheit tut nun mal alles, um auch Bestand zu haben. Alles was gegen die Krankheit ankämpft, wird unterbewusst als Feind betrachtet.

 

Nun, wie war Weihnachten für mich persönlich?

Eine Achterbahn. Ein Auf und Ab der Gefühle. Die Tage konnte ich genießen. Abends war ich erledigt. Teilweise bekam ich während dieser Zeit mehr als schlechte Laune. Konnte mich über alles und jeden aufregen. Und wusste eigentlich nicht mal warum. Man zweifelt an sich selbst. An allem was man geschaffen hat oder tut. Man handelt wie ferngesteuert. Man merkt, wie man verzweifelt versucht das Steuer im Kopf rum zu drehen. Aber das Gegengewicht ist mehr als schwer zu bewegen. Jeder Milimeter ist hart erkämpft.

Am Ende der Tage war ich wieder an einem Punkt, wo ich nicht mehr wollte. Man merkt doch das viele Personen im eigenen Kreis noch immer nicht verstehen, wenn man sagt, man mag Weihnachten nicht. Aber anders kann ich es nicht formulieren. Sonst würde ich jedem das Fest vermiesen.

Und dafür hat meine Krankheit schon viel zu viel Platz eingenommen in diesen Tagen.

 

Was soll ich noch sagen. Weihnachten ist rum, Silvester steht bevor. Ein weiteres Jahr ist fast vorbei, und das mit mehr als vielen Hindernissen. Silvester steht nun bevor. Und damit wieder ein neuer Kampf, der vielleicht dieses Jahr besser ausgehen mag. Die Zeit wird es zeigen. So bleibt nur mein Schlusssatz: Depressionen sind scheiße..

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